Mittwoch, 31. Juli 2013

[Rezension] Stef Penney - Was mit Rose geschah


Titel: Was mit Rose geschah
Autorin: Stef Penney
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)
Ausgabe: Broschur
Preis: 14,90€
Seiten: 445
Genre: Krimi und Thriller
Erscheinungstermin: 1. Juli 2013
ISBN: 9783423249614
Meine Bewertung: ***







Privatdetektiv Ray soll eine verschwundene junge Frau finden - Rose Janko. Doch verschwunden ist sie schon vor sechs Jahren. Warum hat damals niemand nach ihr gesucht? Warum jetzt? Die Familie schweigt, denn die Jankos sind eine Roma-Familie, die ganz unter sich bleibt - und vom Unglück verfolgt scheint, so sehr, dass man munkelt, es liege ein Fluch über der Familie ... Ray nimmt den Auftrag widerstrebend an. Was er bei seinen Nachforschungen über die Jankos erfährt, bestärkt sein Unbehagen. In der ganzen Familie scheint nur der 14-jährige JJ wissen zu wollen, was damals mit Rose geschah. Ray wird immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen und Lügen hineingezogen, und als er dicht davor ist, das Rätsel, das die Familie umgibt, zu lösen, wird ihm das beinahe zum Verhängnis.



Tja, wer hat Rose gesehen? Diese Frage stellt sich nun auch ihr Vater Leon Wood. Seit sechs Jahren hat er seine Tochter nicht mehr gesehen. Gerüchten nach, soll sie nach der Zwangshochzeit und nach der Geburt ihres kranken Kindes geflohen bzw. mit einem Gorjio durchgebrannt sein. Rose Familie ist Roma, sogenannte Zigeuner, die in Wohnwagen leben und von Ort zu Ort reisen und zwischendurch Jobs finden. Das "schwarze Blut" und die "Roma-Ehre" sollte weitergeben werden, nur deshalb musste Rose Ivo Janko heiraten, aber wo steckt sie jetzt? Niemand hat mehr etwas von ihr gehört. Seltsam. Seltsam ist aber auch die Familienkrankheit der Familie Janko. Etliche Familienmitglieder sind schon an der Krankheit gestorben. Die Jankos sagen selbst, sie seien verflucht. Rose Vater Leon sucht einen Privatdetektiv auf. Anscheinend ist Ray Lovell der Richtige für den Fall, denn in ihm fließt selbst Roma-Blut. Kommt er an die Familie Janko heran und findet Rose? 

Der 14-jährige JJ Janko lebt mit seiner Großfamilie und ihren fünf Wohnwagen auf einem Stellplatz. Er weiß, dass seine Familie anders ist und ein bisschen schämt er sich auch, da er keine Freunde mit nach Hause nehmen kann, denn nach der "Ekel-Flucht" seiner Schulfreundin lädt er keine Freunde mehr zu sich ein.
Er liebt seine Großfamilie, vor allem aber den Sohn von Ivo, seinen Cousin Christo, der an einer unbekannten Krankheit erkrankt ist. Die Familie Janko musste schon viele Schicksalsschläge hinnehmen, aber dann taucht auf einmal der Detektiv Ray Lovell auf und sucht nach Rose. Keiner der Jankos weiß anscheinend, wo die Ehebrecherin und Rabenmutter steckt. Seitdem Auftauchen verhält sich seine Familie komisch... 

Das Cover gefällt mir sehr. Abgebildet ist eine Frau mit langen Haaren. Sie wirkt in ihrem Nachthemd verstört, verrückt und es scheint so, dass sie flüchtet oder ausgebrochen ist. Die Gestalt könnte auch ein Geist sein, denn wirklich erkennt man die Frau nicht. Der Titel "Was mit Rose geschah" sticht heraus und eine gruselige, mysteriöse Stimme kommt auf. Das Cover ist wirklich bombastisch! Ist die Frau vielleicht Rose? o.O

Das Buch ist in zwei Sichten geschrieben. Der Privatdetektiv Ray Lovell sucht nach Hinweisen, in dem er die Familie Janko und die Familie von Rose aufsucht und nach Rose befragt. Aber irgendwie scheinen die Puzzleteile, die er sammelt nicht zu passen. Sein Bauchgefühl sagt ihm aber, dass die Familie Janko bzw. Ivo Janko nicht ganz unschuldig ist. Nicht nur Rose Fall muss er lösen, sondern auch noch seine eigenen Probleme, denn irgendwo hat er eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und seine Ex-Frau will die Scheidungspapiere. Der arme Ray hat alle Hände voll zu tun. 

Dann gibt es aber noch den 14-jährigen JJ Janko. Aus seiner Sicht erfahren wir viel aus seiner Familie und das Leben und die Bräuche der Zigeuner. Es ist wirklich spannend, wie die Roma Familie lebt, denn ich persönlich kenne nur den unbeliebten Begriff Zigeuner. Als Ray Lovell erscheint, bekommt JJ die Unsicherheit der Familienmitglieder mit. Seine Familie ist strikt gegen Rose und scheint nicht zu wissen, wo sich die Ehebrecherin jetzt aufhält. Nur JJ ist interessiert und hakt nach. Seine Familie verhält sich komisch, ist schrecklich schlecht gelaunt und die Luft knistert vor lauter Anspannung. 



Die Sicht von JJ hat mir besser gefallen und mich mehr gefesselt, denn die war auf jeden Fall spannender als Ray. Rays Sicht hat mich sehr gelangweilt, seine Beziehungsprobleme haben mich genervt. Ich muss sagen, Ray ist ein langweiliger Mann mit einer trockenen Stimmung. Er ist überhaupt nicht aufgetaut. Wenn ich jetzt zurückdenke, dann fällt mir nur ein, dass er tausend Fragen gestellt hat und wenn er Feierabend hatte, dann saß er niedergeschlagen in seiner Wohnung und trauert seiner Ex-Frau hinter her....Ray du bist langweilig!:D

Die Reihenfolge der zwei Sichten ist mir zu komplex, ich bin ein paar Mal durcheinander gekommen und wusste manchmal gar nicht, wem gerade was passiert. Vor allem die Krankenhausbesuche haben mich verwirrt. 

Die Spannung hat gefehlt. Das Buch ist viel zu langatmig und zu trocken. In 100 Seiten passiert nichts, dann aber gibt es neue Hinweise und ich platze vor Neugierde und Unwissen. Dann passiert wieder gar nichts, blablabla...

Das Ende und die Auflösung hat mich aber regelrecht umgehauen. So unerwartet! Ich mit meinen Vermutungen und Spekulationen lag immer falsch, umso mehr war ich geschockt, als Ray und JJ den Fall "Rose" lösen:)

Dennoch quälen mich jetzt offene Fragen, die ich mir nicht zusammenreimen kann. Zu dem Buch gibt es eine Leserunde, in der ich gerade versuche die offenen Fragen mit den anderen Lesern zu lösen.  

Der Schriftstil ist jetzt nicht wirklich besonders. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Oft kommen Zigeuner Begriffe vor, die aber in der letzten Seite des Buches erklärt werden.

Ich gebe dem Buch schwache 3 Gesichter. Mir fehlt es an Spannung und Aktion. Ich würde das Buch jetzt nicht in die Schublade "Thriller" stecken, geschockt bin ich nicht und schaurig ist das Buch auch nicht. Es hat mich einfach nicht umgehauen... 

Soviel meckern will ich auch nicht!:D Das Leben der Zigeuner ist sehr interessant. Sie leben in und mit der Natur und die Girjo (Nicht-Roma) hassen sie abgrundtief. Roma sind nirgendwo beliebt und erwünscht. Ein bisschen fühle ich mich mit ihnen verbunden, denn ca. sechs Wochen wohne ich auch in einem Wohnmobil (Urlaub) und kann mich so ein bisschen mit der Familie Janko Identifizieren. 



Dankeschön an den dtv Verlag und an die liebe Autorin, 
die mir das Buch als Rezensionsexemplar freigegeben hat!