Donnerstag, 26. Dezember 2013

[Rezension] Der Schlüssel zu allem: Vergessen ist nur der Anfang



Seit einiger Zeit ist Cosmos Großvater seltsam vergesslich und erinnert sich nicht einmal daran wer Cosmo überhaupt ist. In einem kurzen, klaren Moment überreicht er seinem Enkel einen Schlüssel und bittet ihn nach Blackbrick zu fahren. Mitten in der Nacht macht Cosmo sich auf den Weg und steht plötzlich allein vor einem verfallenen Tor, hinter dem er ein düsteres Anwesen erkennen kann. Als er den Schlüssel im Schloss herumdreht, öffnet sich das alte Tor knarrend und für Cosmo beginnt eine aufregende Zeitreise in die Vergangenheit seiner Familie.


Ich kann "Der Schlüssel zu allem" nur lesen, weil ich auch endlich mal ein Glückspilz bin! Das Buch wurde in einem Adventskalender von Bloomoon verlost und ich bin ausgeflippt, als ich die Bekanntgabe-Email bekommen habe. Danke!:*

Meiner Meinung nach kann ein Buch mit 200 Seiten keine richtige Geschichte aufbauen, Charakter entwickeln und somit mich nicht zu 100% fesseln, dafür sind es einfach zu wenig Seiten. Ich brauche ca. 50 Seiten um in das Buch überhaupt reinzukommen, also hatte ich zu Recht Zweifel. Dennoch hat mich "Der Schlüssel zu allem" überrascht, denn das erste Kapitel hat mich emotional brutal überrannt! Wir lernen den Jungen Cosmo kennen, der bei seinen Großeltern Deedee und Kevin lebt. Cosmo ist ein Einzelgänger und hat in der Schule überhaupt keine Freunde. Im Gegenteil, die Schule ist für ihn ein Alptraum, denn dort ziehen viele Schüler über seinen kranken Opa her. Grandpa Kevin hat nämlich Alzheimer, eine Krankheit, die ihn immer weiter auffrisst. Ich musste schlucken! Mir persönlich geht das Thema sehr nahe, aber Cosmo nimmt es mit Humor und lockert die Stimmung auf und das liebe ich an ihm. Es macht ihn unglaublich sympathisch.


Cosmo leidet sehr unter den Gedächtnislücken seines Opas. Egal wie oft Kevin sich daneben verhält, Cosmo steht immer hinter ihm und will beweisen, dass der verrückte alte Mann ein weiser und gebildeter Albert Einstein ist. Es ist rührend, wie er seinen geliebten Opa und seinen besten Freund vor der Außenwelt verteidigt. Da sind schon ein paar Tränchen geflossen *schnief*. Doch schon bald steht die Ärztin vor der Tür und will sich ein Bild von Kevins Zustand machen. Kevin drückt seinem Enkel einen seltsamen Schlüssel in die Hand mit der Bitte, Cosmo soll die Südpforte zur Blackbrick Abbey öffnen und dort die Antworten auf alles finden, die Kevin helfen sollen, sein Gedächtnis wiederzubekommen. Und hier fängt Cosmos großes Abenteuer an. Er reist in die Vergangenheit zurück und vor ihm steht plötzlich ein sechzehnjähriger Kevin. 

Gäääääänsehaut pur! Es ist nicht nur eine Zeitreise in die Vergangenheit, es ist viel mehr! Ein bisschen hat es mich an die Edelstein-Trilogie erinnert, doch Kevins Reise ist viel unglaublicher und realistischer. Ich war ein emotionales Wrack, als ich das Buch in mein Regal zurückgestellt habe. Von wegen, ein 200 Seiten Buch kann keine Story aufbauen! 

Einzig allein hat mich der Schreibstil ein wenig gestörtEs gibt nicht viele Dialoge. Die Wortwechsel sorgen bei mir immer für schnelles Lesen und reißen mich emotional mit. Ich liebe hitzige Gespräche und die Charaktere lernt man so umso besser kennen, aber hier regiert eher die Handlung. Dazu vergeht die Zeit in der Zeitreise unglaublich schnell, ein ganzes Jahr, was schon ein bisschen witzig ist, denn hallllooo wir machen eine Zeitreise?:D Ohman. Klingt das komisch! Das hat auch dafür gesorgt, dass die Charaktere mir nicht nahe gekommen sind und ich keinen wirklichen Bezug zu ihnen aufbauen konnte. Mit der Ausnahme von Kevin, den habe ich sofort ab dem Zitat auf Seite 6 in mein Herz geschlossen. Cosmos Zeitreise ist schon ein bisschen langatmig, aber jede Seite ist mit dem Ende verwoben und sehr wichtig! 


Die Autorin schreibt sehr kindlich: keine Fremdwörter, einfache Sätze und ich finde auch, dass sie komplizierte Sachverhalte mit ihrem Stil nicht wirklich gut ausdrücken kann. Es fehlt die Tiefgründigkeit, die für die Gedanken und Gefühle ja so wichtig ist. Sarah Moore Fitzgerald mag eher das Allgemeine^^ Ich habe mich ein bisschen unterfordert gefühlt, aber das ist Geschmackssache:)

Das Highlight des Buches sind die vielen Überraschungen, die eine fassungslose, schockierte und völlig aufgelöste Maren hinterlassen haben:D Nach der vierten Überraschung habe ich aufgehört zu zählen, ich war fix und fertig. Die Tatsache, dass es nicht jugendfreie Stellen gibt und Cosmos, der unaufgeklärteste Teenager ist, den ich kenne, hat mich am meisten an ihm gestört. Mir tut seine zukünftige Freundin einfach nur Leid:D Tja, er lebt eben bei seinen Großeltern, von denen möchte ich auch nicht aufgeklärt werden:D


"Der Schlüssel zu allem" ist ein geniales Jugendbuch, das mich emotional fertig gemacht hat:D Alzheimer ist ein schwieriges Thema, aber Sarah Moore hat es gemeistert! Zeitreisen werden dank der Edelstein-Trilogie und der Timless-Dilogie immer beliebter, aber auch langweiliger, doch Cosmis Reise in die Vergangenheit seiner Familie ist besonders und anders! Ich hätte nicht gedacht, dass ein 200 Seiten Buch so eine verwobene und brillante Story aufbauen kann. Und wenn ich das Buch nicht gewonnen hätte, wäre es ein Cover-Kauf gewesen:P 
Die Gestaltung ist wunderschön!