Freitag, 9. Mai 2014

|Rezension| Benjamin Percy - Roter Mond


Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns! Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren. Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat. Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …

Vielen Dank an BlogdeinBuch und Random House (Penhaligon) für das Rezensionsexemplar. Mein erster Gedanke beim Anblick des Buches war: "Ist das ein dicker Brummer!", aber die Vorfreude war groß. 

Dramatischer und grausamer kann ein Romananfang in der Bücherwelt nicht mehr sein: Patrick, ein Junge, der für kurze Zeit zu seiner Mutter ziehen muss, steigt in ein Flugzeug und geht während des Fluges durch die Hölle. Ein Terrorist, zudem auch Lykaner, ermordet alle Passagiere, nur Patrick kommt glücklicherweise unversehrt davon, weil er sich unter einer Leiche verstecken konnte.


Jakob Black gibt es nicht mehr, Werwölfe sind endlich keine Kuscheltiere mehr, sondern grausame Monster! Menschen und Lykaner leben zusammen, doch auf beiden Seiten gibt es Aufständische und Terroristen. Claire ist eine Werwölfin, doch sie verabscheut ihre "Krankheit" und hat sich vorgenommen, nicht zu verwandeln. Es ist schwer für sie, mit ihrer Doppelnatur zu leben. Es ist einfacher für sie, wenn sie die Lykanerin in ihr verleugnet. Dann gibt es noch den dritten und letzten Hauptprotagonisten Chase, den Gouverneur, der mit seinem Freund Büffel anstrebt, Präsident des Landes zu werden und die Sicherheit geben die Lykanerangriffe zu gewährleisten. Drei starke Persönlichkeiten kämpfen um ihre Rechte! Jeder Charakter muss mit seinen speziellen Problemen fertig werden und vor allem: Überleben!

Das Buch ist aus vielen verschiedenen Sichten geschrieben: Claire, die die Geschehnisse aus der Sicht einer Lykanerin schildert, beispielsweise die Ungerechtigkeit, Benachteiligung ihrer Art und deren Freiheitsbewegung. Patrick zeigt die Ansichten der Menschen, die die Lykaner abgrundtief hassen und mit aller Macht die Abschiebung der Monster wollen. Chase beschreibt das politische Handeln gegen die Werwölfe. Zwischendurch werden noch viele andere Personen, Opfer der Anschläge, oder auch Werwolf-Terroristen in sehr kurzen Kapiteln "eingeblendet", die den Wahnsinn des Krieges beschreiben und miterleben. Zwei ganz unterschiedliche Gruppierungen, die beide Frieden wollen: Ohne die andere Art! Es erinnert mich sehr an den Rassismuskampf "Schwarze/Weiße" und an den zweiten Weltkrieg "Juden/Arier".


"Roter Mond" ist blutig! Eklig! Abartig! Nichts für Schwache Nerven! Benjamin hat es geschafft, mir den Appetit zu verderben. Wer nach dem Lesen noch etwas essen kann...Respekt! Mir wurde einfach nur schlecht:D Mein absoluter Lieblings- Pluspunkt ist eindeutig die Thematik des Lykanervirus, denn der Autor hat eine neue Idee, warum es Werwölfe gibt und wie man ihren inneren Wolf unterdrücken kann! Der Lobos. Na? Das müsst ihr aber selber herausfinden:p

Auf Anhieb fällt auf, dass Benjamin Percy kurze, knappe Sätze und Beschreibungen liebt. Einfaches und temporeiches Lesen. Der Haken bei seinem Schreibstil ist aber, dass die Gefühle und Gedanken der Charaktere bei mir in keinster Weise angekommen sind. Der Text besteht ca. 80% aus Handlung. Ich wurde nicht mit den Protagonisten warm, sie waren NUR drei Personen, die sich durch  ihre schreckliche Welt kämpfen müssen. Ich empfand überhaupt kein Mitgefühl: "Oh, die zwei Finger sind jetzt wohl ab", "Oh, sie küssen sich...Nett." Genau das ist auch mein einziger Grund, warum ich keine fünf Sterne vergebe, sonst ist das Buch atemberaubend! Ich denke aber, dass genau dieser eintönige Schreibstil Benjamin auch bewusst gewählt hat, denn er passt zu der Situation, zu dem Leid der Menschen und Lykaner. Zwischenzeitlich habe ich mich selber "betäubt" gefüllt wie die Opfer des Romans.

In den letzten 100 Seiten geht die Handlung schleppend voran, dies kann auch daran liegen, dass 650 Seiten und ein gefühltes 10 Kilo Buch einfach zu heavy für mich ist:D Es ist so leicht in diese Welt einzutauchen..Doch was will ich lieber sein? Eine Werwölfin, oder ein nicht infizierter Mensch? Pfff...Ok, doch lieber Maren, die nur lesen wird:) "Roter Mond" ist ein spannendes, temporeiches und grausames Buch, das das Zusammenleben mit Werwölfen, die Benachteiligung der Lykaner und die Vorurteile und Misstrauen der Menschen zu den Monstern demonstriert! Zwei Rassen wollen leben! Wer gewinnt? Eklig, grausam, pervers, brutal, blutig = "Roter Mond"



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