Montag, 21. Juli 2014

|Rezension| Skylark 1 - Der eiserne Wald



Lark lebt in einer Welt, die nur durch eine Mauer vom sagenumwobenen Eisernen Wald getrennt ist. Innerhalb der Mauern haben die Menschen eine hoch entwickelte Zivilisation aufgebaut, zu der jeder seinen Teil beiträgt. Lark, die über magische Fähigkeiten verfügt, kann es kaum erwarten, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen, sobald sie sechzehn ist. Als sie allerdings entdeckt, was genau sie nach ihrem Geburtstag erwartet, fasst sie einen unglaublichen Entschluss: Sie flieht in die Wildnis jenseits der Mauer, in deren Dunkel Gefahren lauern, von denen sich die Menschen nur hinter vorgehaltener Hand erzählen. Doch Lark ist nicht allein. Andere haben vor ihr bereits den Schritt gewagt. Jeden Tag riskieren sie aufs Neue ihr Leben für ihren großen Traum: Freiheit.

Der Einstieg ist mir persönlich etwas schwer gefallen, da wir in eine unbekannte fantastische Welt hinein katapultiert werden und keinen blassen Schimmer haben, was gerade geschieht. Aber sind die ersten 30 Seiten erst einmal gelesen, kommt Licht ins Dunkle. Lark erzählt ein bisschen über ihr Zuhause, das von einer magischen Mauer umringt wird, da es außerhalb, nach den Gerüchten, Geister, gefährliche Geschöpfe und totes Land gibt, das von durch den Krieg der "Erneuerbaren" komplett verwüstet wurde. Die meisten Tierarten sind aufgerottet. Die Welt, so wie wir sie kennen, kann Lark nur noch in Geschichtsbüchern nachlesen. Ihre Stadt ist nämlich die letzte auf Erden. Nur dank der errichteten Mauer können sie überleben. Die Kinder werden früh geerntet, das heißt ihre magischen Kräfte werden ausgesaust um die Maschinen und die Mauer "am Laufen" zu halten. "Erneuerbare" gibt es nicht mehr, dies sind Menschen, bei denen die Magie automatisch aufgeladen wird, darum sind sie auch aufgrund ihrer "Macht" so gefürchtet. Nach der Ernte bekommt jeder seine Arbeitsgruppe zugeteilt. Na? Erinnert ihr euch? "Skylark" ist eine perfekte Mischung aus "Breathe", "Panem", "die Bestimmung" und "Mystic City" und trotzdem hat es seine eigene Welt, Story und Charaktere  aufgebaut, die ich extrem mitreißend und fesselnd finde.
Die Charaktere sind stark und unglaublich individuell! Lark ist ein schüchternes Mädchen, das noch sehnsüchtig auf ihre Ernte wartet, die das Erwachsenwerden einleitet. Sie ist viel älter als die übrigen Schüler (ca. 16), deshalb ist sie auch die Außenseiterin in der gesamten Stadt. Kein Kind mehr und doch keine Erwachsene:( Und genau das macht sie so sympatisch und menschlich! Man kann nur Mitleid mit ihr haben. Oren ist ein wilder Junge (ca. 18), der allein außerhalb der Mauer lebt. Er ist ein Tier, benimmt sich und sieht auch so aus: zerfetze Klamotten, dreckiges Gesicht und eine tierische Ganghaltung. Kein Wunder, dass er Lark abschreckt, doch er ist ihre letzte Chance in der Wildnis zu überleben und außerdem kommt nach und nach seine menschliche Natur hervor, die Lark noch faszinierender findet (und ich ihn soo süß*__*) Doch nur ein Junge kann ihr Herz berühren: der hübsche und gebildete Architekt Kris? Oder?:P Nix habe ich ebenso ins Herz geschlossen, obwohl es eine winzige Maschine, die Lark auf der Flucht begleitet♥
Die Kritikpunkte gehen eindeutig auf Larks Kappe. Und zwar ist sie ca. in der Mitte des Buches plötzlich unglaublich naiv und dumm! Sie befindet sich sozusagen in einer "neuen unbekannten" Welt, weiß überhaupt nichts über das Terrain, ist auf der Flucht, hat Hunger und pflückt irgendwelche Beeren und Früchte, die vielleicht giftig sein könnten (und sie überlegt auch kurz), aber NEIN, sie frisst es einfach! Lark kämpft tapfer ums Überleben, ihre Feine folgen ihr auf Schritt und Tritt, die sie skrupellos töten würden und es ist ihr schnurpiepsegal, wenn die giftigen Beeren sie töten könnten. Nein danke, bei so einem Schwachsinn mache ich nicht mit! Außerdem flüchtet sie so extrem langsam: Oh, eine Erntemaschine, interessant und da ein Baum! Huch, ein gefährlichen Knurren in der Ferne, ach egal die Blumen sind aber schön... Und zuletzt fällt sie so oft in Ohnmacht! Nach der vierten Ohnmacht habe ich nicht mehr mitgezählt-.-

An Meagans Schreibstil ist nichts auszusetzen: Sehr flüssig, schnelle Lesegeschwindigkeit, detaillierte Beschreibung der Umgebung und die Gefühls und Gedankenwelt von Lark kommt beim Leser sehr intensiv an. Kritisieren könnte man die stark reduzierten Dialoge im Mittelteil, aber mich hat es nicht gestört, denn Lark befindet sich sehr lange einsam im Wald. Der Spannungsbogen fährt von Anfang an Achterbahn bis er am Ende den Höhepunkt erreicht und abprobt stoppt, so dass ich sagen kann, dass es fast keinen Cliffhänger gibt, dennoch WILL ich unbedingt weiterlesen! Es gibt viele Situationen, die meine Nerven fast gesprengt haben:o

Die neue spannende Dystopie ist eine Mischung aus "Breathe", "Mystic City", "Die Bestimmung" und "Panem"! Eine Dystopie voller Magie, gefährlichen Maschinen, Kannibalen, Eifersucht und ein System, das die Menschen manipuliert und das auch alles tun würde um den Schein nach Frieden aufrechtzuhalten! Man weiß nie, was als nächstes passiert! Aber "Skylark" ist nichts für schwache Nerven, denn die Brutalität der Kannibalen und die Kampfmittel des Instituts gegen Lark sind FIES! But I love it♥ Und alle Dystopie Fans würden es auch!


Idee: ♥♥♥♥♥ (♥)!
Umsetzung: ♥♥♥♥♥
Überraschungen: ♥♥♥♥♥
Spannung: ♥♥♥♥
Charakter: ♥♥♥
Schreibstil: ♥♥♥♥♥
Tiefgang: ♥♥♥♥
Lesetempo: ♥♥♥♥♥
Cover: ♥♥♥♥

 

Danke an den "Heyne fliegt" Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
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