Mittwoch, 15. Oktober 2014

|Rezension| Die fünfte Welle - Rick Yancey

Hardcover - 480 Seiten - 16,99€ - 14. April 2014 - Dystopie/Endzeit - ISBN: 978-3-442-31334-1 - "Die 5. Welle"
"Die Wahrheit lautet: In dem Augenblick, als sie uns entdeckten, schlug unsere letzte Stunde" - S.14

"Niemand weiß, warum sie hier sind. Ist es nicht genauso wahrscheinlich, dass sie den ganzen weiten Weg gekommen sind, um uns zu retten?" Vier Monate nachdem mein Vater diese Worte gesagt hatte, war er schon tot. - S.41

"Es ging ihnen nicht darum, uns zu retten. Und es ging ihnen nicht darum, uns zu versklaven oder uns in Reservate abzuschieben. Es ging ihnen darum, uns zu töten. Uns alle." - S.42

"Wir haben uns getäuscht, völlig getäuscht!", flüstert er. "Sie sind bereits hier...genau hier...in uns...schon die ganze Zeit...in uns." - S.133

Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Das Wenige, was sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält ...

Wow! Das waren meine Gedanken, als ich die letzte Seite des Buches beendet hatte. Rick Yancey hat mit seinem Roman "Die 5. Welle" einen Riesen-Hype in Gang gesetzt und mich auch jetzt völlig mitgerissen! 

Der Anfang fängt schon spannend an: Wir lernen die Hauptprotagonistin Cassie kennen, die  mutterseelenallein durch die Landschaft streift. Sie erzählt uns, was in den letzten Monaten auf der Welt passiert ist. Bevor das fremde Mutterschiff gesichtet wurde und danach, als Cassie denkt, der einzige Mensch im Universum zu sein. Sie braucht nur wenige Seiten, um mich mit ihrer Geschichte zu fesseln. Vier Wellen haben die Menschheit vernichtet: Zuerst der Stromausfall, dann die Überschwemmung der Länder, die Seuche und die Silencer. Während des Tagesmarsches in der nun völlig zerstörten Welt, blickt Cassie in ihre Vergangenheit zurück, eine schmerzhafte Vergangenheit voller Verlust und Trauer: Sie schildert, wie die Menschen langsam ausgerottet werden. Die Apokalypse. Die Verabschiedung von ihrem letzten Geliebten, der übrig geblieben ist: ihren kleinen Bruder Sammy. Sie musste ihn zurücklassen, ihn maskierten Soldaten übergeben, in einen Bus voller Kinder, die eingesammelt werden mit dem Versprechen, später nachzukommen... 

Später taucht ein neuer Protagonist auf. Die Sicht wechselt jetzt ständig zwischen Cassie, die ihren Bruder sucht und Zombie, der sich geschworen hat, sich an die "Anderen" bzw. an die "Aliens" zu rächen. Auch er hat alle Familienmitglieder tragisch verloren. Zombies Geschichte ist das Gegenteil von der liebenswerten Cassie: Er ist der Kämpfertyp, die Tötungsmaschine und sieht sich als sie "Zukunft der Menschheit". Durch seine Sicht, erleben wir die Skrupellosigkeit, die Intrigen, Manipulationen und Lügen der Feinde...Wer spielt hier das falsche Spiel? Und plötzlich ist da auch Sammy, Cassies Bruder, der seine Geschehnisse nach dem Abtransport von den Soldaten schildert! Seine "Kindersicht", dass er überhaupt nichts weiß, was vor sich geht und so schnell Vertrauen knüpft, egal ob Feind oder Freund, sorgte dafür, das meine Nerven bis zum Zerreißen gespannt waren:o Wenn der Schulstress nicht wäre, hätte ich das Buch wirklich in ca. 3 Tagen verschlungen. Der letzte wichtige Protagonist ist Evan Walker, ein gutaussehender Farmerjunge, der Cassie nach einem Angriff der Aliens/Silencer rettet. Evan ist ein sehr interessanter Charakter: sehr mysteriös und verbirgt viele Geheimnisse. Er ist Cassies letztes Standbein...Und genau diese Liebesgeschichte, die sich zwischen den Beiden anbahnt, hat Rick super in die Gesamtstory eingebettet!  

Der Schreibstil ist sehr flüssig und locker. Rick schafft es, so viel Emotionen in seine Sätze zu stecken. Wie oft hatte ich einen Kloß im Hals und mitgetrauert, z.B. als Cassies Vater ihre Mutter im Garten beerdigt hat, oder die Soldaten die Kinder, darunter auch Cassies Bruder mitgenommen haben. Und obwohl, die Sache mit den Aliens und dem Mutterschiff der größte Humpug ist...Rick schafft es, dass ich diesen "Quatsch" wirklich glaubwürdig und realistisch finde. Ein Buch voller Intrigen. Nichts scheint, wie es ist. Vertraue niemanden! Die Frage, wer denn jetzt der Feind und der Gute ist, wurde mir sehr spät im Buch klar. Genau dieses Unwissen macht das Lesen noch spannender! Ich vergebe 4,5 Herzen. Die fehlenden 0,5 sind leider da, weil Zombies Story einfach ein bisschen zu krass und an manchen Stellen zu übertrieben ist.

Und was ist mit dem Mutterschiff? Es schwebt über der Erde....was wird als Nächstes geschehen, jetzt, wo nur noch wenige Menschen übrig geblieben sind? Was wollen sie überhaupt bezwecken und was ist die fünfte Welle? Findet es heraus! Es lohnt sich♥


"Die 5. Welle" ist eine grandiose Dystopie mit Endzeitelementen und vielen Überraschungen, die den Leser mit seinem lockeren Schreibstil, den sehr sympathischen und realistischen Charakteren und zahlreichen Spannungseffekten mitreißt und fesselt. 480 Seiten sind in diesem Roman eindeutig zu wenig! "Die 5. Welle" rutscht auf meine Liste der Lieblingsbücher und ich kann es kaum erwarten, Band 2 in den Händen zu halten! Die Idee bzw. die Story ist großartig, sodass ich sie noch lange im Hinterkopf haben werden. Die Reihe hat großes Potential!

Schreibstil 4,5/5  Idee 5/5  Emotion 4,5/5  Spannung 5/5  Charaktere 4/5   Lesetempo: schnell


Sonntag, 5. Oktober 2014

|Rezension| Keine Angst, es ist nur Liebe.

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Alle Frauen schauen ihn an, aber er hat heute Abend nur mich gesehen. Er riecht so gut, dass ich ihn auffressen könnte, und was mache ich? Ich flüchte vor ihm. - Seite 59

Das einzige Rosarote in meinem Leben ist im Moment mein Klodeckel aus Plüsch und das soll, wenn möglich, auch so bleiben. - Seite 91

Warum kann ich, Anna Maria Elisabeth Rogner, nicht einfach nur ein bisschen mehr normal und ein bisschen weniger oberangsthasenmäßig sein? Ich habe nämlich Angst vor so ziemlich allem – das heißt, eigentlich gibt es fast nichts, wovor ich nicht Angst habe, um genau zu sein. Wobei – vor zu teuren Therapiesitzungen habe ich keine Angst. Und vor Sonnenblumen auch nicht. Und vor Dreifach-und-Doppelsprüngen auf dem Eis schon gar nicht! ABER: ja, es ist tatsächlich so! Seit der Geschichte mit dem Baby habe ich definitiv Angst vor der Liebe und somit auch vor Matts, der mein Leben gerade ziemlich durcheinander wirbelt. Sieben erstaunliche Angstbewältigungsaufgaben hat er mir gestellt, dieser eigenartige Profisportler. Sieben Aufgaben, mit denen ich mich auf die Suche nach mir selbst begebe – und letztendlich auch auf die Suche nach dem Mann, den ich liebe…


Meine Vorurteile gegenüber Anna waren ganz eindeutig: Sie verkriecht sich, ist schüchtern und traut sich nicht viel! Obwohl Anna ein riesengroßer Angsthase ist, dürft ihr sie nicht gleich unterschätzen, denn sie punktet mit ihrer starken Persönlichkeit! Dank Marlies wunderbaren Schreibstil, darunter auch der Ich-Perspektive, konnte ich mich endlich wieder 100%ig in einen Charakter hineinversetzten. Anna wurde in ihrer letzten Beziehung übel verletzt und da jetzt Matts, ihre neue Bekanntschaft auf der Matte steht (höhö, Matts-Matte...okay nicht witzig:D) ist es klar, dass sie sich nicht öffnen kann. Was jetzt folgt, erinnert mich sehr an "P.S. Ich liebe dich". Matts gibt ihr jeden Tag, eine Woche lang, Aufgaben, die sie bewältigen muss mit dem Ziel, ihrer Angst keine Chance zu geben und Matts lieben zu lernen. Zuckersüß!

Anna kann dem Leser ihre heftigen Gefühlen sehr gut überbringen und findet immer die passenden Worte für ihre Stimmungsschwankungen. Ich habe immer sofort gemerkt, wie es in ihr vorgeht und nonstop mitgefühlt. Marlies hat einen besonderen Schreibstil. Mir kam es vor, als wenn Anna V-Logs (Videos) für mich dreht und sich so mir alles aus dem Herzen schüttet. Sie ist in kurzer Zeit eine richtige Freundin geworden und auch die eingeschobenen Klammersätze, sowie meine Ich-liebe-es-wenn-einfach-nach-jedem-Wort-ein-Bindestrich-folgt, peppen das Buch auf und sorgen für eine Portion Humor. Von Matts Charaktere bekommt man nicht sehr viel mit, da Anna in diesem Buch fast ca. 80% allein durch die Gegend streift. Der Kritikpunkt und auch, dass Anna einfach IMMER beim Erzählen abschweift, hat mich ab und zu genervt. Deshalb wurde die Story in der Mitte langatmig und langweilig! Anna, bitte komm endlich auf den Punkt!:D Und wein nicht so viel! Zum Schluss hin heult sie fast auf jeder zweiten Seite-.-

Annas Situation mit Matts ist einfach der pure Nervenkitzel! Sie hat totale Angst davor, dass Matts von ihrer panischen Angst etwas mitbekommt und redet sich ständig ein, dass er sie dann als Geisteskranke und Irre abstempeln wird. Auch ihre letzte Beziehung spielt in diesem Buch eine wichtige Rolle, warum sie sich denn jetzt nicht auf Matts einlässt. Ihr größter Wunsch ist ein normales Leben...Darum habe ich ständig meine Daumen gedrückt, dass der Matts die Anna später "knacken" kann, denn er mit seinen Ideen so unglaublich süß! Er passt einfach perfekt zu ihr, aber sein Kosewort (ich fange immer an zu würgen)...meine kleine Zauberelfe...bitte nicht! NEIN! *würg* "Keine Angst, es ist nur Liebe" verspricht viele kleine Lacher zwischendurch. Anna und vor allem auch Matts sind sehr sympathische Charaktere, die immer die Gelegenheit nutzen, einen witzigen Spruch rauszuhauen. 


Der Roman "Keine Angst, es ist nur Liebe" ist eine Liebesschnitzeljagd, die mir die Nerven geraubt hat! Viel Humor, liebenswürdige Nebencharaktere und Dramatik zum Schluss. Ich gebe dem Buch 3 Sterne, denn in der Mitte wurde es leider sehr langatmig und mit Anna hatte ich ein paar Probleme, da sie viel "schnattert" :D Trotzdem macht der Roman sonst unglaublich viel Spaß!