Montag, 4. Juni 2018

|Rezension| Jill Santopolo - Was bleibt, sind wir

Jill Santopolo | Heyne | Paperback | 12,99€ | 384 Seiten | 12.02.2018 | ISBN: 978-3-453-42215-5

- "Ich wollte dir damit sagen, dass es viele Arten gibt, einen Menschen zu lieben. Und ich weiß, dass du irgendwann einen anderen lieben wirst. Auch wenn das nicht dieselbe Liebe ist, wird einiges bestimmt besser sein."
"Ich will keinen anderen lieben", flüsterte ich. Ich wollte nur dich lieben und konnte mir nicht vorstellen, dass es eine andere, größere Liebe gab. - S. 100


Zwei Menschen. Ein Augenblick. Was wäre wenn? Lucy und Gabe treffen sich mit Anfang zwanzig in einem Uni-Seminar, und diese Begegnung verändert ihr beider Leben für immer. Gemeinsam lernen sie die erste große Liebe kennen. Nur eines bedenken sie nicht: dass ihre Wünsche sie immer weiter auseinander treiben könnten. Lucy macht Karriere in New York, während Gabe als Fotograf um die Welt reist. Trotzdem können sie einander dreizehn Jahre lang nicht vergessen. Werden sie erneut zueinander finden? Ein einziger Augenblick könnte das entscheiden … - (© Heyne)

In "Was bleibt, sind wir" erzählt die Hauptprotagonistin Lucy ihre eigene Liebesgeschichte. Die Studenten Lucy und Gabe lernen sich ausgerechnet am 11. September 2001 in New York kennen. Obwohl dieser Tag nicht schlimmer enden kann, entsteht etwas Wunderbares: Eine frische Liebe, die in ihrer Einzigartigkeit nicht übertroffen werden kann. Lucy und Gabe sind lebensfrohe Menschen, ehrgeizig in ihren Berufen und haben in den jungen Jahren noch Großes vor. Als sie ihre Zukunft planen, merkt das Liebespaar, dass sie ganz unterschiedliche Lebensträume verfolgen. Sie erreichen einen Punkt in ihrer Beziehung, an dem sie entweder aus Liebe Kompromisse schließen oder getrennte Wege gehen müssen. Gabe kann sich schließlich kein zufriedenes Leben in New York vorstellen und zieht als Fotograf in den Krieg, um mit seinen Werken die Augen der Menschen zu öffnen. Lucy bleibt mit einem gebrochenen Herz in New York und versucht mit allen Mitteln ihr Herz zusammenzuflicken. 

Ach, wie sehr habe ich mit Lucy mitgelitten und die gleichen Fragen gestellt: Warum haben sie nicht für ihre Liebe gekämpft? Warum konnten sie nicht über ihre Probleme reden und einen anderen Weg finden? Warum haben sie nicht an ihrer großen Liebe festgehalten und die Höhen und Tiefe bezwungen? Nach über dreizehn Jahren sehen sich Lucy und Gabe plötzlich wieder. Die einst verliebten Herzen fangen wieder an zu schlagen, aber das Leben spielt einfach dazwischen.

Der Schreibstil der Autorin Jill Santopolo ist zweifellos besonders. Die Geschichte rund um Lucy und Gabe wird aus der Sicht von Lucy geschildert. Die Art der Erzählung sorgt schon ab der ersten Seite für eine Gänsehaut, denn Lucy führt während des ganzen Buches einen Monolog aus der Ich-Perspektive, in der sie Gabe ihre Gefühls- und Gedankenwelt offenbart. Sie spricht Gabe direkt an und schildert, wie sie das erste Aufeinandertreffen empfunden hat und wie schlimm es ist, die große Liebe ziehen zu lassen, damit Träume sich erfüllen können. Die Liebe kann auch mit Schmerz verbunden sein. Lucy präsentiert ihre Seele und erzählt ihm all die wunderschönen und traurigen Momente, die sie nach der Trennung erlebt hat - immer im Geiste an seiner Seite - und wie sie wieder Halt im Leben findet. Anfangs war der Schreibstil schon gewöhnungsbedürftig und nicht für Jedermann, aber anders hätte der Roman nicht erzählt werden können. Für mich ist der Schreibstil das absolute Highlight. Ich habe durchweg mitgefiebert und mich mitreißen lassen.

Lucy ist eine unglaublich sympathische, starke und emotionale Frau, die dem Leser während ihrer Geschichte so viel mitgibt. Das ewige "Gabe, was wäre wenn..." hat mich am meisten berührt. Ich bin ehrlich: Beim Lesen hat mich immer ein Kloß im Hals gequält. Die Autorin hat den Roman geschrieben, als sie selbst an Liebeskummer litt und genau diese Emotionen werden unfassbar authentisch vermittelt. Gegen Ende entwickelt sich der Roman immer spannender. Rasant und herzzerreißend! Ich habe "Was sind, bleibt wir" innerhalb kürzester Zeit verschlungen und bin restlos begeistert!

Ich vergebe "Was bleibt, sind wir" 4,5 von 5 Herzen. Für mich ist "Was bleibt sind wir" ein ganz besonderer und emotionaler Liebesroman, der Gänsehaut und Tränen in den Augen verspricht. Liebeskummer, Sehnsucht und Glücksmomente. Die wundervolle und ergreifende Geschichte rund um Lucy und Gabe zeigt auf, wie wichtig die Liebe in unserem Leben ist und wie schwer es sein kann, wenn das Leben sich der Liebe in den Weg stellt. Der außergewöhnliche Schreibstil, die sympathischen und ausdrucksvollen Charaktere und die spannende Entwicklung der Geschichte haben mich durchweg gefesselt und fasziniert! Ein Buch zum Mitfühlen und Nachdenken, das ich jedem Leser nur ans Herz legen kann. Ich bin begeistert! Absolute Buchempfehlung!

Story ♥♥
/5
Charaktere ♥♥/5 
Gefühle /5
Spannung ♥♥/5
Schreibstil ♥♥/5 
Ende ♥♥/5

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar Buchhandlung Knudsen.
Rezensionsexemplare beeinflussen nicht meine subjektive Meinung.